Manch Amerikaner würde vor allem jene GM-Marken am liebsten ins Museum verbannen. Ein ebensolches leistet sich indes der Rüsselsheimer Opel-Konzern seit jeher. In der südlich von Frankfurt gelegenen Zentrale lassen sich neben den Nähmaschinen und Fahrrädern von Adam Opel Selig auch ein Raketenwagen von 1923, also gute sechs Jahre, bevor der US-Konzern den deutschen Familienbetrieb übernahm, bestaunen. Erst kürzlich hatte Norbert Blüm - seinerseits Ex-Opelaner und neben Heiner Geißler soziales Co-Gewissen der CDU-Rentnergang - vom Pioniergeist des Adam Opel geschwärmt und beinahe mit Tränen in den Augen festgestellt, dass so ein Umsatteln von Näh- auf PS-Maschinen heute nicht mehr denkbar wäre. Das Rad der Zeit lässt sich eben nur im Geiste zurück drehen - im Museum sogar festhalten. Dass der Ex-Arbeitsminister auch dahin gehöre, möchte ich bezweifeln. Ich sähe ihn lieber im Wachsfigurenkabinett, da dieses klebrige Zeug gewährleistet, dass sein Redeschwall ein für alle Mal gestopp(f)t würde.
Besucht man weiterhin das Opelwerk und lässt sich durch die Fertigungshallen führen, lernt man viel über Andockstationen, Rüttelstrecken und Lean Production, also schlanke Produktion, was in Zeiten enger geschnallter Gürtel nicht besser passen könnte. Dass jemand den Karren in den trek gefahren haben muss, diese Information bleiben die Opelaner jedoch schuldig. Ob es ihnen ähnlich wie den drei US-Granden gehen und sie auf Sommerreifen ins Winterdomizil Königin Angelas kriechen müssen, um Buße zu tun und Besserung zu geloben, wäre da wohl das geringere Übel. Viel schlimmer scheint die Vorstellung, ähnlich der Citigroup, die als ehemals global agierende Stadtbank zur staatlichen Provinzschalterfiliale degradiert wurde, zum zweiten Volksbetrieb Automoblie nach VW zu verkommen.
Was soll's, die Sonne geht morgen ja wieder auf, im besten Fall in Form von börsentauglichen Bonner Solarzellen, Schade nur, dass es ein Blitz ist, den Opel im Wappen trägt. Und diese natürliche Funkenentladung verhieß schon immer Freud und Leid.

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